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  • Veröffentlicht am 28.10.2018

Kältemittel R513A

Das Kältemittel R513A ist ein Low-GWP-Ersatzkältemittel. Es soll zukünftig das Kältemittel R134a ersetzen und hat dabei ein um etwa 56% niedrigeren GWP-Wert (R134a = 1430 / R513A = 631,4).

Der GWP-Wert gibt das Treibhauspotential eines Kältemittels im Vergleich zu CO2 an.
Entweicht von dem Kältemittel R134a ein Kilogramm in die Umwelt ist der Schaden genauso hoch, wie wenn 1430 Kilogramm CO2 die in die Atmosphäre gelangen.

Das neue R513A ist eine Kältemittelmischung. Es besteht aus 50% R134A und 50% R1234yf. Durch die Mischung des Sicherheitskältemittels R134a (A1) und des bedingt brennbaren Kältemittels R1234yf (A2L) ist das Kältemittel R513A (A1) nicht brennbar.

Das Kältemittel R1234yf (50% Mischungsanteil) reagiert mit Aluminium. Daher sind Verdichter, in denen Aluminium verwendet wird, nicht für den Betrieb mit R134A geeignet. Dennoch sind fast alle R134a Verdichter-Baureihen der namhaften Hersteller für das Low-GWP-Kältemittel R513A frei gegeben.

Kälteanlagen können wie R134A-Anlagen projektiert werden. Lediglich das E-Ventil muss in der Regel etwas größer gewählt werden. Sowohl die Wärmetauscher- als auch Verdichterleistungen sind nahezu identisch.

KWE hat bereits im Dezember 2016 die erste Kälteanlage mit R513A aufgebaut. In einem lebensmittelverarbeitenden Betrieb wurde die vorhanden Kälteanlage eines Kühltunnels durch eine neue Low-GWP-Variante ersetzt. Mit vollem Erfolg.

Denn durch den Umstieg von R407C auf R513A wurde das CO2-Äquivalent von ehemals 106.440 kg auf 31.570 kg reduziert. Dadurch muss die gesetzlich vorgeschriebene Dichtheitsprüfung nur noch einmal jährlich statt wie zuvor zweimal im Jahr durchgeführt werden.

Außerdem konnte durch den Einsatz von R513A und neuen Wärmetauschern die Effizienz der Anlage um ca. 15% gesteigert werden.

Die Chillventa 2018 hat gezeigt, dass viele Hersteller neben natürlichen Kältemitteln im Kaltwasser- und Pluskühlbereich auf das Kältemittel R513A setzen.

Dennoch genügt es nicht, alle Anlagen in Zukunft mit R513A zu bauen. Kältemittel mit noch geringeren GWP-Werten sollten wenn möglich eingesetzt werden. Zusätzlich müssen künftig die Kältekreisläufe so kompakt wie möglich gebaut werden – um die Kältemittelfüllmengen in den Anlagen zu reduzieren.

 

Michael Ottenwälder, KWE-Betriebsleiter

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